Donnerstag, 5. Juli 2007

Workshop März 2007

Inhalte des Workshops waren:

1: Ausgraben von Pflanzen im Anzuchtbeet
2:Umtopfen, Wurzelschnitt, Erdmischungen, arbeiten mit Draht
3: Baumanalyse, erster Schnitt
4:Mittagessen
5:Bearbeiten von selbst mitgebrachten Bäumen, allemeine Fragen u. Erklärungen

Dauer das Workshops 1 Tag.

Bild 1: Besprechung der Pflanzen
Bild 2: Bearbeiten des Wurzelballens und Umtopfen.
Bild 3: Erklärungen des Wurzelschnittes.
Bild 4: Eintopfen in die neue Schale, Besprechung der Schnittmaßnahmen.
Bild 5: PAUSE, mit Mittagessen und viel Spass
Bild 6: Bearbeiten von selbst mitgebrachten Pflanzen, Erklärungen von Erdmischungen für Outdoor und Indoor Bäume.

Bei diesem Workshop, waren unsere Kunden absolute Neulinge auf dem Gebiet Bonsai.
Somit wurden die wichtigsten Grundregeln und Arbeitschritte erklärt und ausgeführt.
Bei Schnittmaßnahmen an den Bäumen, wurden Knospenbildung, Wundversorgung, und der Mut zur Kreativität angesprochen.
Die Kunden sollten selbst schneiden und bekamen Hilfestellungen bei allen Fragen und Problemen.
Nächstes Frühjahr wird der Kurs in die zweite Runde gehen, dann sind die Entwicklung des Baumes übers Jahr, Gestaltungen, drahten und spannen die Hauptthemen.

Montag, 2. Juli 2007

Der Forsythienstumpf, von 2002 bis Heute

Das Sorgenkind:

Im Herbst 2002 bekam ich einen Auftrag von einem Kunden, der wollte seinen Garten umgestalten und alle Büsche und Pflanzen ausgegraben bekommen, viele dieser Stauden, Rosen und Ziersträucher waren noch von seiner Großmutter gepflanzt und sollten umgesetzt oder entsorgt werden.
Leider war dieser Kunde sehr vorschnell und hatte die meisten Büsche schon sehr brutal bis auf die Stumpen heruntergeschnitten, ich sollte sie nur ausgraben und umsetzen. (Also für ein kleines Wunder sorgen).
Die meisten Pflanzen (Rosen und Stauden) habe ich dann schonend ausgegraben und auch mit Erfolg umgesiedelt.
Die Büsche sollte ich entsorgen, unter diesen Pflanzen war unter anderem dieser alte Forsythienbusch, von dem der gute Mann aber leider nur den Stumpen übrig hatte, er hatte die ganze Pflanze äuserst brutal runtergeschnitten.

Ich habe sie ausgegraben und nicht entsorgt, sondern erstmal in eine Holzkiste gepflanzt und in eine Ecke unseres Gartens gestellt.

Frühjahr 2004
Die Forsythie wollte nicht besonders gut wachsen in der Holzkiste, und das Schattendasein in einer Ecke unseres Gartens gefiel ihr nicht besonders.
Also setzten wir sie im Frühjahr 2006 um, in eine Mica-Schale und nahmen uns vor ihr ab jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Wie man sieht, bekam sie 2006 überall schöne neue Triebe und wir konnten hoffen. Sie wollte aber übers Jahr, wieder nicht richtig wachsen und viele der neuen Triebe die sie im Frühjahr bekam starben wieder ab.
Irgendwie wurde sie wieder nicht richtig von uns beachtet und wir ließen sie vermoosen, die Pflanze wurde gedüngt und gegossen, mehr nicht.


Dann im Herbst 2006 erschienen Pilze, die aus dem Holz wuchsen, durch das Moos hatten der Pilz genug Feuchtigkeit um kräftige Fruchtkörper zu entwickeln. Leider handelt es sich bei dieser Sorte Pilz um einen "Schädling", der Holz zersetzt. es war also nur noch eine Frage der Zeit bis unser Forsythienknubbel absterben würde.

So einfach gebe ich aber nicht auf. Die Pflanze wurde im Frühjahr 2007 nicht umgetopft, sondern wir entrindeten das Todholz und behandelten es zweimal mit Jinmittel, danach wurde das Holz mit "brauner Vaseline" versiegelt.
Ich habe noch das Akadama von der Oberfläche entfernt und gegen Kiriyu ausgetauscht.Dann wurde die Forsythie in die volle Sonne gestellt und das ganze Jahr über nur sehr vorsichtig gegossen. (Bei starkem Regen nehmen wir sie ins Gewächshaus)

Dieses Jahr ist sie jetzt endlich gut gewachsen und scheint sich zu erholen, es werden nur die Triebspitzen abgeknippst, mehr wird nicht gemacht. Warum Vaseline zur Pilzbekämpfung ?

Das vom Pilz durchsetzte Totholz, wird zersetzt und der Pilz kann sich immer weiter ausbreiten, also haben wir das Holz mit Jin-Mittel (Schwefel) getränkt. Damit wollten wir den Pilz schwächen, ihn komplett abzutöten würde so nicht funktionieren. Also wurde das Holz mit brauner Vaseline eingerieben, die Vaseline zieht in das Holz ein wie eine Creme in die Haut, sie verschließt die Poren und verhindert das Sauerstoff und Wasser an das Holz kommt, sie erstickt und trocknet praktisch die Mikroorganismen und den Pilz aus. Das ist der wichtigste Punkt, es kommt keine Feuchtigkeit mehr von ausen an das Holz, somit hoffen wir dem Pilz die Lebensgrundlage zu entziehen.

Der kommende Herbst wird zeigen ob wir Erfolg haben aber der momentane Gesundheitszustand der Pflanze lässt uns hoffen.

Ich werde die weitere Entwicklung hier dokumentieren.