Mittwoch, 25. März 2009

Bonsai Workshop März 2009

Erster Bonsaiworkshop März 2009

Obwohl es immer noch recht kalt ist, hatten wir dieses Jahr unseren ersten Bonsaiworkshop.

Der Workshop war sehr gut besucht und es war eine tolle Stimmung trotz der sehr kühlen Temperaturen.

Das ganze hat unter freiem Himmel stattgefunden, da der dafür vorgesehene Raum noch im Rohbau ist, wir hoffen das wir dieses Jahr den 40 qm großen Workshop und Seminarraum fertig bekommen.


Der vorbereitete Seminarplatz.



Morgens um 11.00 uhr gings dann bei 5 grad Ausentemperatur los.


Es wurden sowohl selbst mitgebrachte als auch von uns angebotene Pflanzen umgetopft, Wurzeln geschnitten und viel über die ersten Schritte im Bonsaijahr besprochen.


Zu Mittag gab es dann ein defftiges Chilli um den kalten Temperaturen besser zu wiederstehen und unsere Gäste von innen ein wenig aufzuwärmen und bei kräften zu halten.



Ein von einem Teilnehmer selbst mitgebrachter Ficus Ginseng



Alles in allem war es wiedereinmal ein gelungenes Treffen, daß auf jedenfall wiederholt und fortgeführt wird.

Donnerstag, 10. April 2008

Gestaltung einer Sylberzypresse 2

Fortsetzung vom Juni 2007

Silberzypresse: Chamaecyparis pisifera 'Boulevard'

Jetzt war es höchste Zeit, diesen Baum zur weiteren Gestaltung in eine Trainingsschale zu pflanzen.

Wie man sehen kann hat er seit seiner ersten Gestaltung im Juni 2007 wieder ordentlich an Grün zugelegt.

Der Nachteile dieser sehr schneidwilligen und robusten Pflanze ist das braun werden der Nadeln am Astansatz während des Winters, dies kann nur mit drastischen Schnittmaßnahmen eingeschränkt aber nicht ganz verhindert werden.
Allerdings treibt diese Pflanze sehr willig aus dem alten Holz aus.


Seit dem ersten Eintopfen vor zwei Jahren hat sich ein kompakter, kräftiger Wurzelballen entwickelt.

Der Wurzelschnitt, Vor einigen Jahren hat ein Bonsaiprofi, mal die Technik des Wurzelschneidens mit einer elektrischen Säge vorgestellt, zuerst war ich skeptisch aber nach den ersten versuchen mit dieser Schnittechnik, voll überzeugt davon. Damit kann man den Wurzelballen von kräftigen und schweren Bäumen problemlos und schonend formen.

Die Pflanze nach dem Wurzelschnitt.

Das vorläufige Ergebnis.


Jetzt darf der Baum erstmal einigen Wochen einwurzeln und sich von dem Stress erholen, vermutlich wird die Gestaltung im Juli 2008 fortgesetzt. Je nach Entwicklung der Pflanze.



Donnerstag, 5. Juli 2007

Workshop März 2007

Inhalte des Workshops waren:

1: Ausgraben von Pflanzen im Anzuchtbeet
2:Umtopfen, Wurzelschnitt, Erdmischungen, arbeiten mit Draht
3: Baumanalyse, erster Schnitt
4:Mittagessen
5:Bearbeiten von selbst mitgebrachten Bäumen, allemeine Fragen u. Erklärungen

Dauer das Workshops 1 Tag.

Bild 1: Besprechung der Pflanzen
Bild 2: Bearbeiten des Wurzelballens und Umtopfen.
Bild 3: Erklärungen des Wurzelschnittes.
Bild 4: Eintopfen in die neue Schale, Besprechung der Schnittmaßnahmen.
Bild 5: PAUSE, mit Mittagessen und viel Spass
Bild 6: Bearbeiten von selbst mitgebrachten Pflanzen, Erklärungen von Erdmischungen für Outdoor und Indoor Bäume.

Bei diesem Workshop, waren unsere Kunden absolute Neulinge auf dem Gebiet Bonsai.
Somit wurden die wichtigsten Grundregeln und Arbeitschritte erklärt und ausgeführt.
Bei Schnittmaßnahmen an den Bäumen, wurden Knospenbildung, Wundversorgung, und der Mut zur Kreativität angesprochen.
Die Kunden sollten selbst schneiden und bekamen Hilfestellungen bei allen Fragen und Problemen.
Nächstes Frühjahr wird der Kurs in die zweite Runde gehen, dann sind die Entwicklung des Baumes übers Jahr, Gestaltungen, drahten und spannen die Hauptthemen.

Montag, 2. Juli 2007

Der Forsythienstumpf, von 2002 bis Heute

Das Sorgenkind:

Im Herbst 2002 bekam ich einen Auftrag von einem Kunden, der wollte seinen Garten umgestalten und alle Büsche und Pflanzen ausgegraben bekommen, viele dieser Stauden, Rosen und Ziersträucher waren noch von seiner Großmutter gepflanzt und sollten umgesetzt oder entsorgt werden.
Leider war dieser Kunde sehr vorschnell und hatte die meisten Büsche schon sehr brutal bis auf die Stumpen heruntergeschnitten, ich sollte sie nur ausgraben und umsetzen. (Also für ein kleines Wunder sorgen).
Die meisten Pflanzen (Rosen und Stauden) habe ich dann schonend ausgegraben und auch mit Erfolg umgesiedelt.
Die Büsche sollte ich entsorgen, unter diesen Pflanzen war unter anderem dieser alte Forsythienbusch, von dem der gute Mann aber leider nur den Stumpen übrig hatte, er hatte die ganze Pflanze äuserst brutal runtergeschnitten.

Ich habe sie ausgegraben und nicht entsorgt, sondern erstmal in eine Holzkiste gepflanzt und in eine Ecke unseres Gartens gestellt.

Frühjahr 2004
Die Forsythie wollte nicht besonders gut wachsen in der Holzkiste, und das Schattendasein in einer Ecke unseres Gartens gefiel ihr nicht besonders.
Also setzten wir sie im Frühjahr 2006 um, in eine Mica-Schale und nahmen uns vor ihr ab jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Wie man sieht, bekam sie 2006 überall schöne neue Triebe und wir konnten hoffen. Sie wollte aber übers Jahr, wieder nicht richtig wachsen und viele der neuen Triebe die sie im Frühjahr bekam starben wieder ab.
Irgendwie wurde sie wieder nicht richtig von uns beachtet und wir ließen sie vermoosen, die Pflanze wurde gedüngt und gegossen, mehr nicht.


Dann im Herbst 2006 erschienen Pilze, die aus dem Holz wuchsen, durch das Moos hatten der Pilz genug Feuchtigkeit um kräftige Fruchtkörper zu entwickeln. Leider handelt es sich bei dieser Sorte Pilz um einen "Schädling", der Holz zersetzt. es war also nur noch eine Frage der Zeit bis unser Forsythienknubbel absterben würde.

So einfach gebe ich aber nicht auf. Die Pflanze wurde im Frühjahr 2007 nicht umgetopft, sondern wir entrindeten das Todholz und behandelten es zweimal mit Jinmittel, danach wurde das Holz mit "brauner Vaseline" versiegelt.
Ich habe noch das Akadama von der Oberfläche entfernt und gegen Kiriyu ausgetauscht.Dann wurde die Forsythie in die volle Sonne gestellt und das ganze Jahr über nur sehr vorsichtig gegossen. (Bei starkem Regen nehmen wir sie ins Gewächshaus)

Dieses Jahr ist sie jetzt endlich gut gewachsen und scheint sich zu erholen, es werden nur die Triebspitzen abgeknippst, mehr wird nicht gemacht. Warum Vaseline zur Pilzbekämpfung ?

Das vom Pilz durchsetzte Totholz, wird zersetzt und der Pilz kann sich immer weiter ausbreiten, also haben wir das Holz mit Jin-Mittel (Schwefel) getränkt. Damit wollten wir den Pilz schwächen, ihn komplett abzutöten würde so nicht funktionieren. Also wurde das Holz mit brauner Vaseline eingerieben, die Vaseline zieht in das Holz ein wie eine Creme in die Haut, sie verschließt die Poren und verhindert das Sauerstoff und Wasser an das Holz kommt, sie erstickt und trocknet praktisch die Mikroorganismen und den Pilz aus. Das ist der wichtigste Punkt, es kommt keine Feuchtigkeit mehr von ausen an das Holz, somit hoffen wir dem Pilz die Lebensgrundlage zu entziehen.

Der kommende Herbst wird zeigen ob wir Erfolg haben aber der momentane Gesundheitszustand der Pflanze lässt uns hoffen.

Ich werde die weitere Entwicklung hier dokumentieren.

Samstag, 30. Juni 2007

Gestaltung einer Silberzypresse 1

Silberzypresse: Chamaecyparis pisifera 'Boulevard'

Im Mai 2006 brachte Heike diese Pflanze mit, sie hatte sie bei einem Spaziergang im Kompost eines Friedhofs gefunden.Die Pflanze war in einem schlechten Zustand, der Wurzelballen war sehr trocken und wir glaubten eigentlich nicht daran, das sie eine Überlebenschance hätte.

Also wurde sie zuerst für 3.Tage in einen Wasserkübel gestellt. Nach 3. Tagen nahm ich diesen schweren Brummer dann aus dem Kübel und begutachtete erstmal den Wurzelballen und die ganze Pflanze.
Die Pflanze muß wohl Jahrzehnte lang an einem Grabstein gestanden haben, da die eine Seite ganz kahl war und nur aus trockenen Ästen bestand.
Als nächstes wurde komplett alle Erde aus dem Wurzelballen ausgewaschen und die trockenen und dicksten Wurzeln herausgeschnitten.
Dann wurde die Pflanze in einen Topf gepflanzt, die trockenen Äste herausgeschnitten und die Krone ein wenig eingekürzt und ausgelichtet.
Als Substrat wurde eine Mischung aus:30% Lavagranulat, 30%Splitt,
20%Laubkompost und 20%Kiriyu verwendet So sah die Pflanze dann vor ein paar Tagen (Juni 2007) aus, sie war kräftig gewachsen und wurde in diesem Frühjahr schon einmal leicht zurück genommen. Da ich verhindern wollte, das über den kommenden Winter die inneren Nadeln braun werden war es an der Zeit, mit den ersten Gestaltungsmaßnahmen zu beginnen.Zuerst wurden einige Seitenäste abgespannt und dann habe ich die Schere angesetzt.
Als das Bild des Baumes für mich immer deutlicher wurde, habe ich begonnen die ersten Totholzpartien mit einem Schnitzwerkzeug zu entrinden.
Einige Stellen der entrindeten Totholzpartien wurden noch mit einem Gasbrenner angekokelt und danach mit einer Messingbürste abgebürstet. Das gibt sehr schöne Farbkontraste und wirkt nach dem Einstreichen mit Jinmittel natürlicher als rein weiße Totholzpartien.
Das ist der momentane Stand der Gestaltung, das Jinmittel wird erst in den nächsten Tagen aufgetragen wenn die Jin abgetrocknet sind.
Im nächsten Frühjahr geht es dann weiter mit den Arbeiten an diesem Baum, die nächsten Schritte werden das Eintopfen in eine Schale sein und je nach Knospenbildung wird der Baum dann grob- oder sogar feingedrahtet. Wenn der Baum in einer Schale steht, dann werden auch die Totholzpartien weiter bearbeitet um sie dem Gesamtbild anzupassen.

Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung dieses "Baum in der Schale" , auf jedenfall werde ich es mit Fotos dokumentieren und hier vorstellen.


Werkzeuge 3 - Fräs u. Schnitzwerkzeuge

Die Fräswerkzeuge:

Ferm-Fräse: Spannzangen mit 4, 6, 8 mm, 8000-32000 u.min Stufenlos regelbar.

Wir arbeiten hauptsächlich mit Fingerfräsern, Zweischneider, Rundfräsern oder Kugel. Die Bürsten sind zum reinigen der Rinde oder zum glatt schleifen, je nach Material der Bürste. Proxon 12 Volt Schleifer. Spannzangen bis 3,2mm, 20000 u.min.

Dieses Maschinchen ist nur für die Feinbearbeitung, wir verwenden feine Bürsten, Fingerfräser und Halbrundfräser.

Schnitzwerkzeuge der Firma Kirsch.

Schnitzen ist eine Sache für sich, man braucht viel Zeit und man muß wissen wie die einzelnen Schnitzeisen sinnvoll verwendet und eingesetzt werden, ohne das man sich verletzt.

Schnitzen ist ein tolles Hobby, das viel Geschick von einem verlangt.

Im Moment berarbeiten wir gerade eine alte Obstbaumwurzel, für eine Landschaftsgestaltung, diese Arbeit wird hier demnächst in einem eigenen Post vorgestellt.

Freitag, 29. Juni 2007

Werkzeuge 2 - Die Yamadoriausrüstung

Das ist unsere Yamadoriausrüstung:


Schubkarre
Plastiksäcke
Werkzeugkoffer (siehe Post Werkzeuge 1)
Große Astschere, für Äste und Wurzeln bis ca. 30mm
Spaten
Pikel
Stihl Motorsäge 021 mit Hartmetallkette (extra zum Sägen in der Erde).